Der Podcast für Fach- und Führungskräfte, für eine gute Arbeitswelt - für Dich.
00:00:11: Sie hören eine neue Folge des Podcasts Demokratie zwischen Wahnsinn und Wahl.
00:00:16: Die Psychologin Martina Lackner und der Vorstand des Berufsverbandes DFK, Verband für Fach- und Führungskräfte Nils Schmidt sprechen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik Wissenschaft und Wirtschaft über den Zustand unserer Demokratie.
00:00:31: Als Gast in der heutigen Folge stellt sich Dr.
00:00:34: Lia Yu den Fragen von Martina.
00:00:38: Sie ist neuere politische Philosophin, Autorin und Dozentin.
00:00:42: Und anionisiert wie kognitive Mechanismen unser politisches Verhalten beeinflussen.
00:00:47: Insbesondere bei Angst, Populismus und gesellschaftlicher Spaltung.
00:00:53: Herzlich willkommen Frau Dr.
00:00:55: Ju!
00:00:57: Ja ich freue mich heute dabei zu sein.
00:01:00: Hallo an alle Zuhörenden und Zuhörerinnen.
00:01:03: Ganz freu, dass ihr dabei sind.
00:01:07: Bevor wir mit dem eigentlichen Podcast anfangen, können Sie unseren Hörerinnen und Hörern ganz kurz erklären welche Tätigkeit sie genau ausüben.
00:01:19: Ich bin Neuro-Politikwissenschaftlerin Was bedeutet, dass ich mich mit unserem Hirn beschäftige während es Politik macht?
00:01:30: Also quasi das Organ unter unserer Schädeldecke sitzt.
00:01:34: Dass wir nicht sehen was sich dort abspielt wenn wir mit politischen Gegnern nicht übereinstimmen oder aber auch kooperieren wollen.
00:01:46: Was bei Polarisierung passiert, was bei Wahlverhalten passiert Und tatsächlich, warum sich Demokratie gerade so schwierig anfühlt.
00:01:56: Wow!
00:01:56: Super interessant.
00:01:58: Dann gleich mal eine erste Frage.
00:02:00: Welche Rolle spielen Angst und Unsicherheit im Wahlverhalten?
00:02:03: Und werden sie politisch gezielt verstärkt?
00:02:08: Ich argumentiere dass wir uns in einer sogenannten neuropolitischen Dissonanz befinden.
00:02:15: Das klingt jetzt kompliziert aber es ist eigentlich etwas das wir alle täglich erfahren und zwar Einmal die Anforderung, die die Demokratie an uns stellt.
00:02:24: Also zum Beispiel Wahlen, Entscheidungen zu treffen bezüglich Parteien, Entscheidungszutreffen bezügt Koalitionen... Dass all diese Anforderungen für unser menschliches Gehirn, wie es quasi evolved ist in vielen Aspekten eine Herausforderung ist und diese Dessonanz, die wir jetzt fühlen nicht nur im Freundes- und Familienkreis wenn wir mit Den Nahe stehen Menschen nicht mehr übereinstimmen, aber auch in unserer eigenen Handlungsfähigkeit und Wahrnehmung von der Realität.
00:02:56: Das ist etwas das müssen wir ansprechen.
00:02:58: Und da spielt die Angst natürlich eine zentrale Rolle.
00:03:02: Man kann natürlich sagen, also Politiker haben schon immer Emotionen instrumentalisiert zum gewissen Ausmaß.
00:03:09: Also ich würde das jetzt nicht nur auf unsere Zeit beziehen aber es ist doch tatsächlich so dass sich unsere Zeit besonders Angst erfüllt anfühlt und ich glaube das liegt daran, dass wir kein positives Zukunftsverständnis mehr haben.
00:03:29: Also ist es etwas, das ich auch mit Floron Skaub unter anderem beschrieben habe und mit ihr daran arbeite.
00:03:38: Wie wir uns schwer tun wie sich unsere Gehirne schwer tun mit einer offenen liberal offenen und mit einer ambiguitätsbehafteten Zukunft?
00:03:51: runterzubrechen, ja also sprechen bei Gen Z zum Beispiel es gibt sehr wenig Optimismus in der Generation weil nicht klar ist wie die Zukunft in zehn, zwanzig Jahren aussehen wird.
00:04:03: Also zum Beispiel die Studierenden mit denen ich spreche.
00:04:06: wir machen da eine Übung also wo diese sich vorstellen wo?
00:04:10: seit den zehn Jahren?
00:04:12: Und das konnte ich mir noch vorstellen und so alt bin ich auch noch nicht.
00:04:16: Aber tatsächlich ist, dass diese Generation kann sich nicht mehr vorstellen wo sie in zehn Jahren ist.
00:04:23: Das ist sehr problematisch für eine Gesellschaft wenn wir kein positives zuversichtliches Zukunftsverständnis haben.
00:04:35: gerade erst eingebrochen quasi und unsere Gehirne tun sich damit sehr schwer.
00:04:39: Unsere Gehirn möchten eigentlich Struktur, Sicherheit arbeiten tatsächlich auch evolutionär mit einem eher kürzeren Zeithorizont.
00:04:51: also all das was der Liberalismus was die liberaldemokratie von uns möchte nämlich groß denken und mutig denken in die Zukunft hinein.
00:05:02: Damit tun wir uns schweres heißt nicht dass wir es nicht können.
00:05:05: Also wir haben gerade gesehen am Sonntag den Bahnen in Ungarn.
00:05:09: Genau, Demokratie ist resilient und auch das wunderbare Demokratie.
00:05:14: es ist nicht berechenbar.
00:05:17: also wer hätte gedacht ja dass so ein Wahlerfolg jetzt doch kommen würde von jemand der früher urban sehr nahe stand?
00:05:27: Das sind also Dinge mit denen tut sich unser Gehirn schwer.
00:05:32: Können Sie das auch erklären unseren Zuhörern, warum das so ist?
00:05:36: Dass sich unser Gehirn so schwer tut mit liberalen Demokratien auf Dauer.
00:05:40: Ja also eine Sache die ich jetzt gerade genannt habe ist die Ambiguität-Toleranz.
00:05:44: es gibt tatsächlich eine Studie die zeigt dass Menschen die sich selbst als Liberal beschreiben, dass sie tatsächlich in einem Gehirnarial nämlich dem anterioren sigulären Cortex mehr graue Hirnmasse besitzen.
00:06:00: Also es heißt Menschen, die sich selbst als liberal offen beschreiben haben buchstäblich mehr Gehirnkapazität für diese Ambiguitätstoleranz.
00:06:11: Weil die Sache ist in einer nicht nur eine Demokratie sondern auch in unserer globalisierten Gesellschaft sind wir ja, leben wir in einer Realität, die oft würde ich mal sagen grau ist oder komplex also dem Sinne es gibt keine schwarz-weiß Realität und noch keine schwarze weiß Lösungen.
00:06:29: Und tatsächlich muss ich, also sagen wir mal in Deutschland zum Beispiel bezüglich Diversität und Polarisierung, muss sich ja um erfolgreich jetzt meine Gesellschaft zu sein.
00:06:41: Also nicht einmal politisch sondern nur wirtschaftlich.
00:06:44: Muss ich auf viele verschiedene Gruppen in der Gesellschaft die hochdiverse sind?
00:06:49: In ihren kulturellen Ansichten, im ethnischen Hintergrund, Klassenhintergrund
00:06:55: usw.,
00:06:56: muss ich mit diesen Gruppen kooperieren können oder zumindest mich in die hineinversetzen können.
00:07:01: Und diese Ambiguitätstoleranz, die fehlt Menschen, die eher konservativ sind oder eher rechtspopulistisch wählen also das ist schon mal schwierig für dir ja zu sehen.
00:07:11: dieser Mensch den mag ich vielleicht nicht persönlich oder deren dessen Werte stimmen nicht mit mir ein aber trotzdem ist der wirtschaftlich für mich wichtig.
00:07:19: Das ist so eine Ambiguität die es schwer auszuhalten.
00:07:23: Und dann das Zweite, was ich gerade ein bisschen angerissen habe ist dieses sich in den anderen Menschen hinein zu versetzen.
00:07:30: Damit meine ich nicht Empathie.
00:07:32: Also damit meine ich etwas... Das beschreibt man in der kommentiven Wissenschaft als Mentalisierung.
00:07:38: Das ist so was wie eine Grundvoraussetzung für Empathies aber es ist sehr viel mehr Basic.
00:07:44: also wirklich nur Ich kann mir vorstellen was Sie Herr Schmidt jetzt gerade vor dem Bildschirm denken oder was sie Frau Lackner wo sie sitzen, wie sich fühlen in den Temperaturen.
00:07:54: Also es ist eine Fähigkeit, sich in die anderen Menschen hineinzuversetzen und das momentan in Deutschland würde ich sagen oder im Demokratien weltweit fällt uns zunehmend schwerer.
00:08:07: also es ist fast eine Sündung quasi sich in den politischen Gegner hinein zu versetzen ja?
00:08:13: Das hat auch mit Cancer Culture zu tun mit gewisser Zuspitzung der Debattenkultur, die ich für sehr besorbenes erregend halte.
00:08:30: Und inwiefern spielt hier eine bestimmte Gehirnstruktur?
00:08:35: Eine Rolle?
00:08:36: ist das genetisch derterminiert?
00:08:38: haben Sie es ja von größer Gehirnsasse grauer Gehirnesse gesprochen.
00:08:42: ist das Genetisch vorgegeben oder entwickelt sich das?
00:08:47: Also ich würde mal sagen, das entwickelt sich.
00:08:49: Ich bin auf keinen Fall jemand und ich würde auch sagen dass politischen Neurowissenschaftler keine die ich kenne seriöse die argumentieren würden, dass das genetisch vordeterminiert ist.
00:08:59: also diese Gehirnmasse kann man ja buchstäglich sich antrennieren.
00:09:05: Also diese Studie wurde in London am University College London gemacht, am University College London wurde ebenfalls ein Studium gemacht nicht vom selben Team aber auch von euren Wissenschaftlern das Taxifahrer in London dadurch dass der Test, den man als Taxifahrerin machen muss so schwierig ist.
00:09:25: Dass die sich quasi Gehirnmasse antrainieren, die mit Erinnerungsvermögen und räumlichen Erinnerung zu tun haben.
00:09:33: Das kann innerhalb von einem halben Jahr passieren.
00:09:36: also was ich hier anspreche das sind alles dass es kein Detaminismus sondern einfach... das sind Unterschiede die wir haben entweder in Gehirnsstrukturen die wir vielleicht seit der Kindheit oder wegen aufgrund gewisser auch dramatischer Erfahrung uns antrainiert haben.
00:09:55: Oder tatsächlich einfach Gehirnaktivitäten, also sagen wir mal zum Beispiel konservative Menschen finden es sehr viel schwerer und das hat jetzt nichts mit Gehirnenmasse zu tun sondern einfach eine Aktivität in ein paar Bereichen finden es schwerer Gefahrenstimulus zu regulieren.
00:10:15: Sprich, wenn ich jetzt ein Bild, den zeige von einer Spinne im Haus ist.
00:10:25: Dann sehen eher konservativ veranlagte Menschen sofort die Gefahr und können das nicht so gut regulieren?
00:10:35: Was kann gemacht werden?
00:10:36: Das ist sofort Katastrophen-Denken.
00:10:40: Die Spinner muss raus, die Spine muss umgebracht werden.
00:10:44: Also das konservative Gehirn kann diese Emotionen, die Gefahr und Angst auslösen nicht so gut regulieren.
00:10:54: Eine liberale Person würde vielleicht dieselbe Spinne sehen und nicht genauso reagieren.
00:10:59: Und natürlich kann man es antrainieren.
00:11:00: aber die Sache ist in unseren Erziehungen Wir haben auch unsere Nachkriegs-Werte-Diskurs in Deutschland und Europa.
00:11:12: Vor allem in Deutschland haben wir überhaupt nicht das Gehirn mit einbezogen, also wir sind davon ausgetragen.
00:11:18: quasi gute Werte Das ist der Goldstandard, Habermas ist vor ein paar Wochen gestorben.
00:11:25: Ja wir brauchen einen guten Diskurs und die Menschen sind quasi schon selbst, werden selbst schon davon überzeugt sein.
00:11:31: Und dasselbe hat man auch über Ostereuropa gedacht.
00:11:33: also ich denke an die Arbeit von Ivan Krassev zum Beispiel, wo man dachte gut den liberalen Markt und demokratisches... ein demokratischer Lebensstandard, den werden Menschen quasi natürlicherweise, das ist Gott gegeben.
00:11:48: Das sind Naturgegeben.
00:11:50: Den werden die wollen, denen wird jeder wollen und tatsächlich sehen wir dass dem nicht so ist.
00:11:55: Und das ist eben für mich und deshalb bin ich quasi neuropolitische Philosophin vor allem im Kern meiner Arbeit.
00:12:01: Für mich geht es hier um einen Menschenbild und das Menschenbild, das wir nach dem Krieg und vor allem auch nach dem Kalten Krieg, nachdem wir dachten, hatten, hat sich wirklich als falsch erwiesen.
00:12:15: Also wir stehen eigentlich gar nicht wer wir sind und deshalb laufen so viele Politikanalysen ins Leere.
00:12:22: Deshalb konnten Brexit Trump und so weiter nicht vorhergesagt werden.
00:12:26: also ich war ja auch lange in den USA auch als Trump zum ersten mal gewählt wurde im Jahr twohundertsechzehn, konnten nicht vorher gesagt werden weil das Menschenbild quasi nicht stimmte auf dem Wirtschaftanalysten-Politikanalysen basierten.
00:12:41: Jetzt muss ich als psychologischer Leier und absoluter Leier auf dem Gebiet einfach mal nachfragen.
00:12:48: Hat sich das jetzt alle schneller entwickelt, als es vorher war?
00:12:51: Weil mir kommt das vor, als sei auch diese antidemokratische Bewegung jetzt erst in den letzten Jahren so massiv entstanden.
00:13:01: also kann es sein dass das einfach Personen wie Trump oder Weidel oder wie sie auch immer heißen kurzen Zeit dafür sorgen, dass den Leuten genau das ganze bei ihren Überlegungen im Gehirn fehlt oder das bestimmte Stellen auf einmal weg sind.
00:13:19: Weil man ja auch sehen muss von den Wählern.
00:13:22: es sind viele Wählerinnen und Wähler die einmal sehr jung sind sie gerade radikal wählen und da hatten Sie ja gesagt wir sehen die Zukunft gerade nicht.
00:13:31: Aber es sind ja auch viele Wähler, die aus dem sozialdemokratischen Bereich kommen und sich von ihrer Partei abgewendet haben bei der ich sagen würde Sozialdemokratisch-Liberal jedenfalls in eine aufgeschlossene Richtung, die auf einmal sehr verschlossen wählen mit diesen möglicherweise Zukunftengsten.
00:13:50: kann das sein?
00:13:50: Dass sich da auf einmal so einen Rückschritt auch im Gehirn ergibt dass heißt diese Stellen sind auf einmal weg Konservativ und Starr?
00:14:04: Also ich argumentiere, auch in meinem neuen Buch das ja bald rauskommt.
00:14:08: Ich argumentiere dass Rechtspopulisten tatsächlich Neuropolitische Meister darin sind zu verstehen wie das Gehirn tickt sehr viel besser als Parteien in der Mitte und Menschen die aus den Linksliberalen ergekommen Und das liegt einerseits ganz richtig, wie Sie erwähnen daran.
00:14:28: Dass die Zukunft... Also erst mal die Realität, die dort projiziert wird ist eine Alternativlose.
00:14:39: Das ist ironisch, dass die AfD sich Alternative nennt weil es geht wirklich darum zu sagen Es gibt nur diese eine Realität und Die wird euch quasi vorbehalten, also all die Verschwörungstheorien auch bezüglich Medien und so weiter.
00:14:56: Von deren Seite?
00:14:58: Da wird gesagt, sie werden angelogen von den Parteien, ihr werdet angelogen vom Regierung ist quasi eine versteckte Realität.
00:15:07: Und dann wird gesagt, also wenn wir jetzt auch an die Tech-Elite denken Peter Thiel der war ja vor ein paar Wochen in Rom war um bei den Antichristen zu sprechen.
00:15:20: Da wird eine sehr negative Zukunft, eine quasi theologisch antichristliche Zukunft von einigen in dem Lager sich vorgestellt wo wenn nicht mit einer autoritären Macht gehandelt wird, diese Zukunft nur schlecht ausgehen kann.
00:15:45: Wenn wir uns zum Beispiel die Leipziger Autoritarismus-Studie anschauen, die Jüngste in Deutschland zeigt sich das sehr viele Menschen in Deutschland zunehmend und nicht nur Menschen, die aus armen Verhältnissen kommen sondern denen es wirtschaftlich relativ gut geht auch Menschen im Westen mehr und mehr Menschen in Deutschland, und wie Sie auch erwähnt haben junge Menschen sehnen sich nach einem autoritären Entscheidungsmoment.
00:16:10: Sprich alles was Demokratie ausmacht ja also langwierige Prozesse.
00:16:16: wir haben langwierigen Prozessen weil die Alternative wäre dann dass wir nur eine Person oben haben einen Diktator oder was immer der sagt wo es lang geht oder die sagt wo's langgeht.
00:16:27: Und dafür haben wir uns bewusst nicht entschieden.
00:16:29: aber diese demokratischen Entwicklungsprozesse, Entscheidungsprozese und wie Sie ja gerade erzählt haben, dass sie Jurist sind.
00:16:39: Das sind auch langwierige Prozesse.
00:16:41: Es geht darum um Wahrheit zu finden und es geht um Wahlzündung und Gerechtigkeit.
00:16:47: All das ist sehr herausfordernd für unser Gehirn.
00:16:50: Also quasi unserem Gehirnsagen gibt diese Probleme, wir können die nicht sofort lösen oder müssen noch paar andere Koalitionen gründen und Leute fragen was sie davon halten?
00:17:03: ermüdend.
00:17:05: Und das muss man den Menschen eben auch neuropolitisch, sage ich kommunizieren.
00:17:09: also muss ihnen sagen ja es ist ermündet und es nicht einfach ein liberales Gehirn aufrecht zu erhalten quasi.
00:17:15: aber was ist die Alternative wirklich?
00:17:19: Und dann würde ich dazu noch sagen wollen... Also ich war wie gesagt in USA während beider Obama-Legislaturen.
00:17:30: Es geht Tampfehlern und ich würde sagen auch AfD-Wählern.
00:17:34: Wenn wir uns denken, also ich würde es sagen Wir müssen die auch die Inhalte ernst nehmen.
00:17:40: Eine gewisse Welt, also zum Beispiel USA war das eben eine Post-Nine-Eleven World nach dem Irak Krieg wo sich viele Menschen angelogen gefühlt haben und der Gang geführt haben von der Regierung.
00:17:52: Und in Deutschland erinnern wir uns an die Anfänge der AfD.
00:17:55: Die AfD wollte die deutsche Markt zurückhaben und hatte doch mal diese Website mit Goldhandel usw.
00:18:01: Also es geht... Wir müssen sie schon inhaltlich ernst nehmen und gewisse Kritikpunkte, die Sie haben gegen die EU oder Ja, auf jeden Fall in den USA gegen Busch-Niokon-Imperialismus.
00:18:15: Die sind nicht... Das ist unberechtigt.
00:18:19: Ich finde, das darf in die Öffentlichkeit debattiert werden und dazu sagen alle Trump-Wähler sind wie Biggots oder Hillary, sie nannte Basket of the Plorables oder Deutschland zu sagen AfD-Wehler sind alles Rassisten.
00:18:33: Das hilft uns nicht weiter.
00:18:35: und die Neuropolitik zeigt auch dort dass es eine Art Dehumanisierung ist.
00:18:40: also damit beschäftige ich mich ganz zentral wie wir uns gegenseitig entmenschlichen Weil unser Gehirn nämlich Fähigkeit hat.
00:18:49: Also sie, ich wie alle und nicht nur irgendwie ein weißer Mann dort und ja dann sind die anderen alles sozusagen die Opfer sondern wir alle halt sind eigentlich fähig zu entmenschlichen.
00:19:00: Und also da gibt es eben Neurowissenschaftlichen Beweis dafür.
00:19:08: Und dazu sagen diese Humanisierung, also im Hirn auch, sprich dass ich mir vorstellen kann das du ein ganzer Mensch bist ja?
00:19:17: Also auch einen AfD-Wähler mit Interessen vielleicht fehlgeleitet aber trotzdem legitim von der subjektiven Erfahrung aus Meditime Ängste oder Interessen Wünsche dort, dass die damit schwingen.
00:19:35: Das finde ich ganz wichtig, dass man das zumindest einmal anspricht weil wenn man das nämlich macht und es zeigt ebenfalls die Hirnforschung dann fühlen sich diese Menschen humanisiert Und wenn sie sich als volle Menschen gesehen fühlen Dann sind die viel eher bereit in einen Dialog zu gehen auch bei Verschwörungstheoretikern.
00:19:53: Das zeigt sich auch in den Studien.
00:19:58: Es ist eine schwierige Gradwanderung zwischen ernst nehmen menschlich und gleichzeitig politisch widersprechen, da trauen sich viel zu wenige Menschen und Politiker und auch Intellektuelle und Akademiker in der deutschen Öffentlichkeit momentan.
00:20:14: Deshalb mache ich das was ich tue weil wir brauchen einen ganz neuen Diskurs um aufeinander zuzugeben.
00:20:23: Binde
00:20:26: ich auch.
00:20:27: Aber dann halt mit viel Arbeit verbunden ist, das heißt wir müssen selber über unseren Schatten springen und darüber nachdenken wie wir das Ganze angehen?
00:20:39: Und ich könnte mir vorstellen dass es für unser Gehirn natürlich am einfachsten ist zu sagen bei dem stimmt irgendwas nicht.
00:20:50: Ich dehumanisiere diese Person, weil es einfacher für mich ist in meiner Welt auch als finde ich aufgeschlossener Mensch.
00:21:00: Korrekt absolut und da gibt es eben also die Studie nicht gesetzt genannt habe Die sind schon vor vielen Jahren gemacht worden zwischen israelis und palästinenser zum Beispiel Und da zeigt sich auch Also wenn die Es gibt eine gegenseitige Dehumanisierung und das Friedensverhandlung abbrechen, weil die sich gegenseitig nicht als Menschen angesehen fühlen.
00:21:25: Und dass das sehr viel eher passiert wenn man sich dehumanisiert fühlt als wenn man es sich nur nicht gemocht fühlt.
00:21:34: Wenn ich das Gefühl habe und das ist auch wichtig für in der Wirtschaft denke ich das zu verstehen.
00:21:39: also es geht ja in der wirtschaft auch sehr stark um verhandlungen um erfolgreichen Verhandlungen dort auch zu sehen Wie wichtig das ist, dass sich der Gegenüber als Mensch voll wahrgenommen fühlt und es in Ordnung ist.
00:21:52: Dass man quasi nicht genau die selben Interessen hat oder dass man sogar kompetitorisch miteinander steht.
00:22:01: Das ist alles in Ordnungen aber das Problem kommt eben auf wenn man sich nicht mehr menschlich voll wahr nimmt.
00:22:11: Können Sie kurz erklären Frau Dr.
00:22:13: Ju was im Gehirn abläuft?
00:22:15: Wie kommt es zu dieser Entmenschlichung?
00:22:18: Ja, das ist eine sehr gute Frage.
00:22:19: Also im Gehirn tatsächlich was passiert ist also eine Deaktivierung eines gehirnareals.
00:22:26: Das heißt der mediale prefrontale Cortex, der sehr wichtig ist bei sozialen Interaktionen Und diese Mentalisierung, von der ich gerade gesprochen habe, die braucht diesen medialen prefrontalen Cortex.
00:22:43: Wenn ich jemandem entmenschliche, ist das im Gehirn so... Also wenn ich dieses Gehirne real deaktiviere, ist es so als ob ein Stuhl oder eine Pflanze ansehen würde?
00:22:57: Also quasi wenn ich Hirnscans mit Objekten mache, zeigt mein Gehirn dieselbe Aktivität.
00:23:06: Sie zeigt eine ganz andere Aktivität, wenn ich Menschen in meiner eigenen sogenannten Ingruppe anschaue also Menschen die ich als sehr menschlich hochmenschlich bezeichne das ist Familienkreis Freundeskreis, Menschen die mit meinem kulturellen Background und so weiter übereinstimmen.
00:23:23: Das haben wir alle.
00:23:25: Wir haben ja alle verschiedene Gruppen.
00:23:27: zugehörig fühlen, das ist auch völlig in Ordnung.
00:23:29: Aber sich im Gewahr zu sein dass diese Grenzen also jetzt kommt wieder dieser neuropolitische Distanz von der Dissonanz von den Sprach damit sich die Dissonanz nicht so hart anfühlt müssen wir quasi lernen diese Grenze der der Identitätsgruppen zu erweitern Also Menschen zu inkludieren die ich jetzt, wenn ich das bewusst nicht machen würde eben nicht inkludieren würde.
00:23:56: Und das wie Sie ganz richtig sagen ist Arbeit.
00:23:59: aber gleichzeitig finde ich also ich mache ja auch Arbeit an Schulen hier mit jungen Menschen.
00:24:04: Gleichzeitig finde ich, wenn man das so erklärt und es weiß auch schon von Europalter an dann empfühlt sich das eigentlich einfacher an, als wenn man mit einem Wertediskurs lebt, den man nicht ganz erfüllen kann und sich täglich in dieser neuropolitischen Dissonanz befindet.
00:24:22: Und die Welt um sich herum nicht mehr versteht.
00:24:24: Also für mich ist diese Ansatz, den ich bringe... optimistisch erstmal und dann fühle ich ihn auch ermutigend.
00:24:35: Und er ist auch irgendwo empowernd, ja?
00:24:36: Also zu verstehen wie ich ticke und wie jemand tickt... also wir haben gerade über AfD-Wähler gesprochen oder Verschwörungstheoretiker, also jemanden tickt den, dem ich vielleicht so nicht verstehe aber ich weiß auf einmal aha deshalb denkst du so und das motiviert dich oder das triggert dich grade im Gehirn.
00:24:57: Das finde ich befreiend.
00:25:03: Was mich interessiert würde, Frau Dr.
00:25:05: Yu hat sich... also wir haben Krisenzeiten gab es ja immer in der Menschheitsgeschichte aber jetzt hat man das Gefühl, es hat mit Corona angefangen.
00:25:14: Jetzt haben wir den Nahen Osten.
00:25:16: Hat sich diese Aktivierung bestimmt oder deaktivierung bestimmter Gehirnareale?
00:25:23: ist das intensiver geworden als die Jahre zuvor in Friedenszeiten?
00:25:29: Also haben sich unsere Gehirnaktivitäten, ich versuche es gerade zu formulieren gut.
00:25:33: Haben sich unsere gehirn Aktivitäten verändert durch
00:25:35: die Krisenzeiten
00:25:37: oder haben sich unserer Gehirneaktivität vor schon verändert so dass wir mehr in Krisenzeit geschlittert sind?
00:25:44: Was ist was?
00:25:44: Wodurch ist es verursacht worden?
00:25:46: Ja
00:25:47: das ist eine sehr gute Frage und Sie denken tatsächlich damit wie eine politische Neurowissenschaftlerin.
00:25:52: dann sie möchten hausatet und das genau The Golden Question, aber es ist schwierig zu beantworten.
00:26:01: Ich würde dazu sagen... Also ich würde sagen diese Dissonanz von der Sprache die gibt's eigentlich schon lange und die haben wir nicht entdeckt weil wie gesagt nach dem Kalten Krieg war die Ideologie, die wir hatten also auch als Politikwissenschaftlerin im analsexischen Raum in England den USA vor allem selber Hautner mitbekommen habe und auch in Deutschland.
00:26:25: Also nach der Wiedervereinigung war eigentlich so ein gewisser End of History, also Optimismus da dass wir irgendwo das Ende der Geschichte erreicht haben.
00:26:34: und die Ideologie wurde faul sage ich mal.
00:26:37: Also nach dem Motto, es gibt diese Liste von Werten und die klappern jederzeit mal ab irgendwo.
00:26:43: Und man bekennt sich dazu wie, ich weiß nicht quasi religiös am Anfang des Lebens oder als junger Erwachsener und dann hat sich die Sache Das war einfach ein Fehler.
00:26:54: also diese Ideologie war falsch.
00:26:56: Ich würde sagen die Gehirne und all das was ich jetzt beschrieben habe das war alles schon da Und was wir jetzt sehen, ist quasi der Ausbruch.
00:27:06: Die Ideologie passt nicht mehr zu dem wie sich Menschen verhalten.
00:27:09: Das ist diese Krise in der wir uns befinden und da sehe ich mal eine große Rolle.
00:27:14: Also weil ich jetzt auch noch dort schon zurückgekehrt bin nach vielen Jahren in den USA und Asien also quasi als neuropolitische Philosophin und Gesellschaftstheoretikerinnen dass ich da auch eine neue Theorie rein bringe.
00:27:28: Wir brauchen ganz dringend.
00:27:30: Ein Handbuch, eine neue Theorie wie wir miteinander können und wer wir eigentlich sind?
00:27:38: Ich würde Ihnen aber recht geben was mit Corona passiert ist ein großer Vertrauensbruch.
00:27:44: also das was Demokratie sehr stark braucht ist ein gewisses Maß an Vertrauen dass die Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Staat und der Regierung haben hat sich, würde ich sagen die Bundesregierung in vielen Momenten, dieses Vertrauensband wurde gebrochen und das wurde vermasselt.
00:28:11: Und das ist schon schwer zurückzugewinnen.
00:28:14: also das ist etwas Das kann nur zurück gewonnen werden, wenn sich Menschen selber auch wieder in die Demokratie einbringen.
00:28:23: Also was ja sehr stark bei Corona war ist dass man selber isoliert war und diese Isolation ist erst mal schlecht fürs Gehirn.
00:28:32: also dazu gibt es auch Studien wie Isolations unsere Realitätsvernehmung verändert zum Negativen verändert.
00:28:41: und deshalb glaube ich das Vertrauen kann entstehen, wenn wir quasi aus unserem Gehirn rauskommen und neue Bindungen gesellschaftliche politische eingehen und auch neue positive Erfahrungen mit Demokratie machen.
00:28:57: Und ich habe gerade Sonntag und Ungarn erwähnt – das ist zum Beispiel wieder ein Moment wo Menschen Vertrauen widerschöpfen also in ihr System und die Zukunft.
00:29:08: Das ist etwas Positives und das hoffe ich auch für Deutschland!
00:29:16: Ein gutes Schlusswort oder Nils?
00:29:18: Das ist ein sehr gutes Schlusswort.
00:29:19: Ich habe
00:29:20: nämlich auch gerade deswegen kam auch die Stimme, ich hatte gerade überlegt welche schlaue Frage ich jetzt noch stellen kann und dachte nein, ich halte mich lieber zurück weil das eigentlich ein ganz tolles Schluss Wort ist.
00:29:34: Ganz ganz lieben Dank!
00:29:37: Wir haben mit Ihren Ausführungen mal eine komplett andere Sicht auf die Dinge gekriegt, als wir sie in den ganzen Podcast vorher gehabt haben.
00:29:48: Und ich denke dass wir ja alle unsere Gehirne ein bisschen mehr fordern sollten um wieder dahin zu kommen wo wir waren oder vielleicht sogar noch viel besser aus der ganzen Sache rauszukommen.
00:30:01: also ganz ganz lieben Dank das Sie sich die Zeit dafür genommen haben.
00:30:05: Ich danke Ihnen Herr Schmidt
00:30:09: und Frau Lackner für die Fragen auch!
00:30:11: Danke sehr Frau Dr.
00:30:11: Jung.
00:30:11: Tschüss an alle!